Italien und die Peitschenregeln
03. April 2025

Am Dienstag, 1. April, traten europaweit die von der UET-Mitgliederversammlung beschlossenen einheitlichen Peitschenregelen in Kraft, die sich am schwedischen Regelwerk orientieren.

Während Länder wie die Niederlande, die Schweiz und Deutschland bereits vor längerem begonnen haben, die neuen Bestimmungen umzusetzen und dabei Schritt für Schritt vorgegangen sind, haben mit Frankreich und Italien zwei große Trabernationen bis Ultimo gewartet.

In Frankreich, wo die pferdefreundlichen Maßnahmen sogar in den großen Medien wie der "Le Parisien" thematisiert wurden, zog man nach Tag 1 eine positive Bilanz.

Screenshot 2025-04-03 at 18-34-57 Pascal Giovannangeli - Google Suche

Pascal Giovannangeli (Foto), Verantwortlicher für die Rennregeln beim SETF: "Der erste Tag löste keine Lawine von Sanktionen aus. Bei den beiden Veranstaltungen in Lyon-Parilly und Vincennes wurden acht Verstöße gegen die neuen Vorschriften festgestellt. Die Regeln wurden angewandt, allerdings auch im Sinne einer Erziehung, mit mehreren mündlichen Ermahnungen, die jedoch nicht zu Sanktionen führten. Wir befinden uns definitiv in einer Art Übergangsphase."

"Alles lief gut. Sowohl die Profis als auch die Rennleitung zeigten Ernsthaftigkeit und Respekt für die neuen Regeln und hatten keine Verständnisschwierigkeiten. Die Kommunikation des SETF über seine verschiedenen Kanäle und vor Ort über die Vertreter des Verbandes und der Regionen hat ihre Aufgabe sehr gut erfüllt.“

In Lyon wurden sechs Profis (in fünf Rennen), in Vincennes ein Berufs- und ein Nachwuchsfahrer mit insgesamt 24 Tagen Lizenzentzug sanktioniert.

Weitaus weniger rund läuft der Übergang dagegen in Italien, wo viele Aktive die neuen Regeln als deutlich zu restriktiv empfinden. Am Mittwoch kam es bei den Nachmittagsrennen in Rom zu einem ersten Eklat. Nachdem die Rennleitung nach dem sechsten Rennen Gennaro Riccio wegen unvorschriftsmäßiger Unterstützung bestraft hatte, traten die Fahrer vorübergehend in den Ausstand und verzögerten den Start der folgenden Prüfung um 15 Minuten.

Lucio B

Lucio Becchetti

Damit wollte man die für die Rennüberwachung zuständigen Institutionen auf die nach Ansicht der Aktiven übertriebene Strenge bei der Anwendung der neuen Regeln hinweisen.

Lucio Becchetti, Sprecher der römischen Profis: "Das ist kein Fahren mehr. Wir wollen die Pferde nicht schlagen, um sie zu bestrafen oder ihnen Schmerzen zuzufügen. Aber wir haben die Pflicht, Besitzer und Wetter zu schützen, indem wir die Pferde so gut als möglich motivieren. Nicht alle Pferde sind gleich, sondern reagieren im Rennen unterschiedlich."

Man darf auf die weitere Entwicklung insbesondere in Italien gespannt sein.

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