++ Heute: Karin Walter-Mommerts Riverdale Z. (Hanna Lähdekorpi) und Timecatcher (Carl Johan Jepson) sowie Heavenly Laday (Conrad Lugauer) in Axevalla - Beginn 13:00 Uhr - Stall Habos Hooper des Chasses mit Yannick Alain Briand in einem 33.000er Course D in Hyeres (16:07 Uhr) ++ ++ Heute: Bayerischer Run auf Wels - Christoph Fischer mit Gina CG und Escada, Andreas Geineder mit Just Repeat und Red Like, Marisa Bock mit Princess Cat, Shadow of Night, Sven von Haithabu und Emmi Lou CG, Robert Pletschacher mit Favara Star, Ipanema Girl, Elisa Kronos und Hanke Palace Green, Anja Biss mit Musica Venus, Leopold Lindner mit Finch Hatton TU und Intouchable (ab 15:00 Uhr) ++ ++ Heute: Vier C-Bahn-Rennen im niederbayerischen Pocking- Beginn 13:30 Uhr ++ ++ Montag: PMU-Matinée in München mit sieben Rennen und den ersten deutschen Zweijährigen-Qualis ab 11:35 Uhr ++ ++ Mittwoch: Vier PMU- und zwei Rahmenrennen in Gelsenkirchen (Beginn 11:20 Uhr) - Am Abend beginnt das Hooksiel-Meeting mit sieben Prüfungen ab 18:00 Uhr ++
Kalte Rache nach 23 Tagen
25. September 2023

Vincennes, Sonntag, 24. September 2023. Eine Woche nach der kompakten Entscheidung der Drei-, Vier- und Fünfjährigen-Kriterien hatten die 2019 geborenen Satteltraber ihren klassischen Auftritt - allerdings nicht auf einer langen Distanz, sondern über kurze, knackige 2.175 Meter.

War der Prix des Elites früher als Jagdrennen konzipiert, bei dem die Dreijährigen mit 50 Meter Vorsprung auf die Vier- und Fünfjährigen begannen, so ist er seit 2022 im umgekrempelten französischen Rennkalender allein für die Vierjährigen ausgeschrieben, womit ein Hauch Revanche zum Prix du Président de la République über dem Plateau de Gravelle wehte.

Punktgenau auf dieses Match vorbereitet hatte Mathieu Mottier Je M’Envole, der am 1. September erstmals auf Gruppe-Ebene unterwegs war und in einem Monté nur eine Länge hinter dem erneut haushohen Favoriten Jean Balthazar mit dem Ehrenplatz eine vorzügliche Visitenkarte abgegeben hatte.

Über die Vincenner Sprintstrecke heißt’s sofort Vollgas geben, und genau das tat Alexandre Abrivard. Bestimmte zunächst J’Adore vor Jockey und Jaléa Jiel den scharfen Takt, so ruhte Abrivard nicht eher, bis er zu Beginn des Anstiegs aus der Todeslage vorn war. Damit verlor Je M’Envole seine Lokomotive und bekam den scharfen Wind ins Gesicht gepustet, während sich Jil und Jane Aimée in seinem Windschatten verschanzten.

Ab der letzten Ecke seilte sich J’Adore nach hinten ab - blieben für Jean Balthazar de facto nur noch Jane Aimée und Je M’Envole als ernsthafte Konkurrenten übrig. Während es für Jane Aimée nach einem kurzen, von David Thomain rasch ausgebügelten Patzer wie im Prix Camille de Wazières zu Platz drei reichte, drehte Je M’Envole trotz der anspruchsvollen Arbeit den Spieß kurzerhand um.

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Foto: canalturf.com

Jean Balthazars energische Gegenwehr nutzte nichts. Mit jedem Meter, den das Ziel näher rückte, neigte sich die Waage deutlicher zu Gunsten des Joyau-d’Amour-Sohnes, der beim 18. Auftritt mit dem vierten Sieg zugleich den bei weitem größten Wurf der Karriere landete. Eine knappe Länge vor Jean Balthazar wurde Besitzer Jean-Pierre Dubois um 108.000 Euro reicher; sein Hengst wird die kommenden Aufgaben mit 207.860 Euro angehen.

Ein großer Kreis schließt sich

„Ich habe zwei Klassiker für meine Eltern Dominique und Danielle gewonnen. Dies ist der erste, bei dem ich auch als Trainer zeichne, und das für die legendären Farben von Jean-Pierre Dubois. Was für ein toller Moment. Ich bin stolz auf mein Pferd und die Arbeit des gesamten Teams. Je M'Envole ist eher durch Zufall bei mir gelandet. Ich hatte Pferde von Herrn Dubois gekauft, und als ich sie bei ihm abholen wollte, bat er mich, Je M'Envole auszuprobieren."

"Er gefiel mir sofort. Ich hab schon dreijährig gesehen, dass Größeres in ihm schlummern könnte. Aber er war nicht frühreif, und so haben wir uns Zeit gelassen und ernten nun die Früchte der Geduld, auch weil Jean-Pierre mir einen Freibrief gegeben und mich nie unter Druck gesetzt hat.“

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Foto: equidia.fr

Für den 83-jährigen, der im Lauf seiner schillernden Karriere als Züchter, Besitzer, Trainer und Fahrer unzählige klassische Lorbeeren geerntet hat, war’s der erste Gruppe-I-Sieg in Vincennes seit  Mara Bourbons Triumph im UET-Championnat der Fünfjährigen 2005. Jene Stute war es auch, die für seine Farben letztmals in einem Gruppe-I-Monté vorn gewesen war - im Prix des Élites 2003.

Prix des Elites - Monté - (Gruppe I nat., vierj. Hengste und Stuten)
2175m Bänderstart o.Z.; 240.000 Euro
1.    Je M’Envole    10,6    Mathieu Mottier    62
    4j.br. Hengst von Joyau d’Amour a.d. Virevoltante von Love You
    Be: Jean-Pierre Dubois; Zü: Ecurie des Mouettes; Tr: Mathieu Mottier
2.    Jean Balthazar    10,6    Alexandre Abrivard    14
3.    Jane Aimée    11,2g    David Thomain    220
4.    Jaguar du Goutier    11,6    Damien Bonne    120
5.    J’Adore    11,7    Alexis Collette    250
6.    Jil    11,8    Eric Raffin    230
7.    Jacadi Brouets    12,2    Benjamin Rochard    440
8.    Jelyson    12,2    Adrien Lamy    810
9.    Jaléa Jiel    12,8    Guillaume Martin    720
10.    Jockey    15,2    Pierre-Yves Verva    870
    Jasmina Gédé    dis.r.    Victor Saussaye    1460
    Jeep du Pont    dis.r.    Nathalie Henry    870
    Jingle Délo    dis.r.    Anthony Barrier    240
Sieg: 62; Richter: sicher ¾ - 6 - 4 - ½ - 1 - 4 - ½ Länge; 13 liefen
Zw-Zeiten: 08,4/675m - 08,6/1175m - 10,1/1675m
Wert: 108.000 - 60.000 - 33.600 - 19.200 - 12.000 - 4.800 - 2.400 Euro

Video: https://www.letrot.com/courses/2023-09-24/7500/6

Und der achte Sattelstreich

700 Meter mehr für 30 „Mille“ weniger hatten im Prix Georges Dreux die älteren Satteltraber vor der Brust, in dem Granit Méslois einmal mehr bewies, dass dieses Metier seine Wohlfühl-Oase ist.

Mit sieben Siegen, allesamt im Monté, stieg der Fuchswallach in die 2.850 Meter weite Aufgabe ein, zu der keiner der Reichen - jene, die mehr als 765.000 Euro auf dem Kerbholz hatten - sich berufen fühlte, und machte Numero acht nach hartem Kampf perfekt.

Wie üblich begann Fire Cracker wie die Feuerwehr, wurde jedoch schon nach 500 Metern von den Stewards wegen Dreischlags ausgemustert, so dass die Spitze durch Freeman de Houëlle einem ehemaligen Himmelsstürmer anheimfiel, der sie rasch an Figaro de Larré abgab. Außen produzierte sich Hirondelle du Rib vor Django du Bocage, während die Gemeinten Filwell, Granit Méslois und Fulton lange die Nachhut bildeten und aufpassten, dass niemand verloren ging.

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Foto: canalturf.com

Das sollte sich kurz vorm Gipfel ändern, als Victor Saussaye seinem Granit Méslois die Sporen gab. Wie der Blitz sauste der Fuchs mit Filwell im Gepäck nach vorn, legte den schwächelnden und im letzten Bogen auf dem Rückzug springenden Figaro de Larré zu den Akten und  schien einem sicheren Triumph entgegen zu stiefeln - bis Mademoiselle Levesque bei Filwell den höheren Gang fand.

Unter dem Qwerty-Sprössling flogen die Meter nur so dahin, doch kam die Turbo-Zündung einen Tick zu spät. Um einen „Kopf“ rettete sich Granit Mélois ins Ziel. Zwei Längen hinter diesem Duo hielt Hirondelle du Rib auf dem Weg zu den Monté-Events des Pariser Winters Rang drei gegen Happy and Lucky fest, die endlich mal wieder ohne Fehl und Tadel um den Parcours kam. Dem bekennenden Sprinter Fulton war der Weg eindeutig zu lang; ihm blieb die fünfte Prämie.

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Foto: letrot.com

„Mein bedeutendster Sieg“, freute sich Saussaye und analysierte: „Ich zähle nicht zum engeren Kreis der Sattelcracks, aber ich versuche alles zu tun, um jene, die mir vertrauen, zufrieden zu stellen. Granit startet auf diesem Niveau etwas langsamer, und so haben Pierre Belloche und ich beschlossen, uns nach Filwell zu richten. Bergauf  waren wir noch immer am Schluss, und Camille rührte sich nicht. Da hab ich die Initiative ergriffen“, so der 25-jährige,  der sich an seinen 90. Erfolg, den 16. des Jahres „auf ewig erinnern“ wird.

Belloche lächelte breit: „Granit wird zum richtigen Zeitpunkt erwachsen. Im vergangenen Winter erzielte er bereits gute Zeiten. Ich hoffe, er wird einer der feinen Vincennes-Wallache, wie wir in den letzten Jahren einige gesehen haben. Ich freue mich sehr für Victor. Man geht stets ein gewisses Risiko ein, einen weniger erfahrenen jungen Reiter auf diesem Niveau zu engagieren. Victor hat ihn schon früher zum Erfolg geführt. Als Alexis Colette, sein üblicher Partner, nicht zur Verfügung stand, hab ich ihn logischerweise zurückgeholt.“

Camille Levesque, die den im Vorjahr mit Granvillaise Bleue gewonnenen Titel liebend gern verteidigt hätte, gestand: „Granit Meslois war heute der Stärkste. Bergan rauschte er förmlich an uns vorbei - das war der entscheidende Moment, obwohl ich lange geglaubt habe, ihn doch noch zu erwischen. Knapp genug war’s ja.“

Prix Georges Dreux - Monté - (Gruppe III int., Sechs- bis Zehnjährige)
2850m Bänderstart, plus 25m ab 765.000 Euro (unbesetzt); 90.000 Euro
1.    Granit Méslois    2850    12,6    Victor Saussaye    45
    7j.br. Fuchswallach von Shadow d’Odyssée a.d. Sexy Mésloise von And Arifant
    Be: Ecurie B (Pierre Belloche); Zü: Ecurie Bois Doufray (Pierre Belloche); Tr: Pierre Belloche
2.    Filwell    2850    12,7    Camille Levesque    30
3.    Hirondelle du Rib    2850    12,8    Jean-Loïc Claude Dersoir    56
4.    Happy and Lucky    2850    12,9    Adrien Lamy    270
5.    Fulton    2850    13,4    Damien Bonne    110
6.    Django du Bocage    2850    13,6    Paul-Philippe Ploquin    220
7.    Dimo d’Occagnes    2850    13,9    Eric Raffin    230
8.    Freeman de Houëlle    2850    15,0    Pierre-Yves Verva    770
    Fire Cracker    2850    dis.r.    Anthony Barrier    620
    Figaro de Larré    2850    dis.r.    Benjamin Rochard    59
    Dahlia du Pont    2850    dis.r.    Nathalie Henry    220
Sieg: 45; Richter: Kampf Kopf - 2 - 1¼ - 7 - 3 - 4 Längen; 11 liefen
Zw-Zeiten: 14,3/1350m - 13,3/1850m - 12,4/2350m
Wert: 40.500 - 22.500 - 12.600 - 7.200 - 4.500 - 1.800 - 900 Euro

Video: https://www.letrot.com/courses/2023-09-24/7500/8